HIER // EIN BUCHPROJEKT VON ULRIKE BRÜCKNER
UND HELGA KURZCHALIA //
MIT FOTOS VON ANGELIKA BARZ
ERSCHIENEN 2007 BEI: VEENMANPUBLISHERS, NL
AUSGEZEICHNET MIT DEM RED DOT AWARD 2007
HIER // Buchprojekt
Idee / Konzept: Ulrike Brückner, Helga Kurzchalia Fotos: Angelika Barz Texte: Helga Kurzchalia
Grafikdesign: Ulrike Brückner
HIER kostet 38,00 Euro und ist im Juni 2007 bei Veenman Publishers, Rotterdam, NL erschienen.
Projektbeschreibung
Was trennt, was verbindet? Was wird als fremd, was als eigen erlebt? Mit welchen Erwartungen betreten Deutsche das „neue“ Europa? Helga Kurzchalia, Ulrike Brückner und Angelika Barz reisten zwischen 2001 und 2004 einmal um Deutschland. Sie besuchten die Grenze zu allen Nachbarländern, die ehemalige deutsch-deutsche Grenze inbegriffen. HIER ist ein Buch, das mit einem Augenzwinkern von Deutschland und seinen Nachbarn, von den unterschiedlichen Spielarten deutscher Identität erzählt.
Die Autorin hat mit Arbeitslosen, Geschäftsleuten, Künstlern, Arbeitern und Angestellten gesprochen. Manche Gesprächspartner leben seit Generationen am Ort, andere sind als Flüchtlinge oder Wissenschaftler nach Deutschland gekommen. Die jüngste Gesprächspartnerin war zwölf, die Älteste 78 Jahre alt.
Auch sechs Berliner geben Auskunft, wie sie die Grenze zum Osten erlebt haben und wie sie die Stadt heute sehen. Für Clemens lag Berlin früher kurz vor Polen und Polen war weiß der Himmel wo. Hikmet erinnert sich an das Kind, das die Grenzer aus dem Osten in der Spree ertrinken ließen. Ronny erzählt, dass seine Mutter in den Achtzigern von Sozialhilfe lebte und ihre Kinder – mit schwarz umgetauschtem Geld – drüben, in Ostberlin, ins Restaurant ausführte. Die Friseuse Edda fühlte sich durch die Westberliner Studentenunruhen stärker behindert als durch die Mauer zu Ostberlin, und Oberin Brigitte spricht immer ein Lob- und Dankgebet, wenn sie an den Berliner Mauerfall denkt.
Für die Fotografin, die seit 15 Jahren in den Niederlanden lebt, waren die Reisen nach Deutschland eine Wiederannäherung. Wie richten sich Menschen in ihrer Umgebung ein? Wo fühlen sie sich heimisch? Entstanden sind Porträts der Bewohner, Fotos von Wohnungseinrichtungen sowie Außenaufnahmen von Häusern, Straßen, Grenzlandschaften. Der Blick der Fotografin ist distanziert und behutsam, ihre Bilder sind klar und ruhig.
Das Design unterstreicht die scheinbare Objektivität in den Texten und den Fotos. In seiner betonten Sachlichkeit spielt es mit deutscher Ordnungsliebe und erinnert mit subtilem Humor an Dokumente und Formulare.
Durch das Buch zieht sich ein breiter Streifen als Verweis auf die Grenze. Entstanden ist ein streng geordnetes Zeitarchiv mit 246 Fotos, 44 Geschichten, mit Fundstücken, Zitaten und 20 Stickern mit deutschen Einrichtungsgegenständen (+1 Hund).
Für die hohe Designqualität des Buches ist die Grafikerin Ulrike Brückner mit dem red dot award: communication design 2007 ausgezeichnet worden. Eingereicht wurden insgesamt 3880 Arbeiten aus 34 Ländern.
Pressestimmen
Ein abschließendes Buch darüber zu schreiben, wer die Deutschen sind, dürfte schier unmöglich sein. Ihre Lebenswelt mit Gesprächsprotokollen und Fotos zu archivieren, ist dagegen machbar. Drei Frauen haben eine wundervoll experimentelle Akte über die Deutschen angelegt.
Spiegel online (09/2007)
So ermöglicht der Band einen sehr persönlichen Einblick in deutsche Befindlichkeiten und bleibt doch gestalterisch angenehm sachlich. Schließlich ist Ordnungsliebe ein sehr deutscher Wesenszug, wenn auch nicht der einzig prägende, wie HIER zeigt.
Novum (10/07)
Das ordnungsverliebte Konzept der Publikation ist mehr als eine witzige Anspielung auf angeblich deutsche Eigenschaften. Es hilft, nicht in die Falle verallgemeinernder Deutschlandklischees zu tappen, sondern wirklich gründlich hinzuschauen und Feinheiten herauszuarbeiten, sowohl auf Seiten der Macher als auch der Betrachter.
Page (08/2007)
Aus Gesprächen wurden Texte, die sich mit den Porträts der Bewohner, den Fotos der Wohnungen und der durchreisten Landschaft zum Abbild des stillen Alltags vereinen, der nicht, wie sonst üblich, hinter den Schlagzeilen verschwindet.
Berliner Zeitung (7/07)
Das Merkwürdigste an diesem Buch, das mit 246 Fotos und 44 Geschichten Deutschland beschreibt, ist, dass ein holländischer Verlag es herausbringt. Hierzulande veröffentlicht man doch lieber Tagebücher oder Roger Willemsens Deutschlandreisen.
Bremer Stadtanzeiger (10/07)
Statt fotogene Sehenswürdigkeiten und herausgeputzte Innenstädte abzulichten, ging Fotografin Angelika Barz einfach drei Straßen weiter und fand dort das deutsche Alltagsgesicht.
Sonntag Aktuell (10/07)
Geschichte wird in Geschichten erzählt, die mitunter so widersprüchlich sind, wie die Verhältnisse, die sie beschreiben.
Berliner Akzente (7/8/9/2007)
Buchpräsentationen
Juni 2007
Jüdisches Museum Berlin (Eröffnung: Cilly Kugelmann, Lesung: Florian Lukas).
Januar 2008
Deutsches Nationaltheater Weimar (in Kooperation mit dem Goethe Institut).
Mai 2008
Goethe Institut in Freiburg.
Juni 2008
Goethe Zentrum in Sibiu und Iasi, Rumänien.
Juli 2008
Teilnahme an der Buch-Cover-Ausstellung "Gateways" (Serralves Foundation, Silo Espaco Cultural) in Porto, Portugal.
Oktober 2008
Vortrag und Buchvorstellung zum Thema "Heimat" im Rahmen des "Dimension of Heimat", Designkongress Sachsen Anhalt, am Bauhaus Dessau.
Januar 2009
BuchHaus Loschwitz, Dresden "Buchhandlung des Jahres 2008".
Jacqueline (23)
Beiköchin (arbeitslos) » Görlitz D/PL
/ Nach der Schule hat Jacqueline in ihrem Geburtsort Görlitz gearbeitet und in einer Kantine Soljanka gekocht und Brötchen geschmiert. Dann wurde sie arbeitslos. Mutter und Schwester haben auch keine Arbeit. Der Vater ist 50 und seit er Krebs hat, ebenfalls zu Hause. Jacqueline sagt, hier haben viele das Leben satt.
Jacqueline war noch nie im Ausland, außer in Zgorzelec zum Einkaufen. Im polnischen Realmarkt sei das Fleisch billig, doch sie fürchtet, wenn die Grenze fällt, wird es gar keinen Ort mehr geben, wo man noch günstig einkaufen kann. In Zgorzelec fühlt sich Jacqueline etwas fremd. Sie versteht die Sprache nicht. Hier grüßt man sich nicht. In Görlitz werde immer „Guten Tag“ gesagt. Aber wenn sich Jaqueline in Zgorzelec die Leute ansieht, denkt sie, dass es unter den Polen bestimmt auch nette Leute gibt. Sie selbst habe keinen Hass auf die Polen. So lange ihr niemand etwas zuleide tue. Wahrscheinlich hätten die Leute in Zgorzelec genauso viel Angst vor den Görlitzern, wie umgekehrt: „Man kennt sich zu wenig.“
Polen wäre zu Hause nie Thema gewesen. Über Politik hätten die Eltern sowieso nie gesprochen. Von der DDR hat sie gehört, dass das Leben da auch schwierig gewesen sei. Aber wenigstens hatte da jeder Arbeit, und zu Weihnachten hat es so viel Stollen gegeben, dass einem am Ende der Appetit verging. An den Mauerfall hat Jacqueline keine Erinnerung mehr. Von den Eltern weiß sie, dass man bei seinem ersten Besuch im Westen 100 Mark geschenkt bekam. In den 90ern war sie bei der Oma in Göppingen, die ihr zu Weihnachten und zum Geburtstag immer ein Paket geschickt hatte, seitdem sie im Westen lebte. Jacquelines Vater arbeitete als Hausmeister in der Turnhalle und wollte nie rüber. Nach der Wende brauchte man dort keinen Hausmeister mehr. Er hat sich trotzdem nicht von seiner Turnhalle getrennt und lebt bis heute in der Hausmeisterwohnung. Vielleicht, weil Oma dort früher um die Ecke gewohnt hatte, bevor sie dann mit der Schwester in den Westen ging.
In Görlitz, sagt Jacqueline, sieht man viele Ausländer – „Fitschis“ zum Beispiel. Sogar ein paar „Neger“ lebten hier. Aber leider gäbe es zwischen Deutschen und Ausländern dauernd Kabbeleien. Jacqueline findet, dass man sich gegenseitig am besten in Ruhe lassen sollte und dass Menschen Menschen sind. Wenn sie einmal ins Ausland fährt, möchte sie auch nicht gefragt werden, was sie denn dort verloren habe. Ihr Freund war noch nie im Ausland. Die beiden sind schon acht Jahre zusammen. Jacqueline würde am liebsten nach Mallorca fahren. Auf der Insel soll alles ganz anders sein. Selbst Strand und Sonnenuntergang! Jacqueline träumt von einer wunderbaren Hochzeitsreise, einer Trauung in weißem Kleid und weißem Schleier.
Jes (69)
Bauer » Jardelund D/DK
/ Im Krieg war Jes noch ein Kind, und seine erste Erinnerung an die Grenze hinterm Haus ist die an Stacheldraht und Scheinwerfer. Jes erinnert sich, wie eines Tages ein Bus mit Dänen durch das Dorf fuhr. Die Dänen kamen nicht freiwillig. Sie waren Zwangsarbeiter. Unter Hitler gab es das Lager in Lagelund, wo Jes’ Uroma damals lebte. Aus ihrem Fenster sah er, wie die Häftlinge durch den Ort getrieben wurden. Die Häftlinge bauten Panzergräben, und wenn sie nach der Plackerei ins Lager mussten, wurden sie von den Wachmannschaften beschimpft, geprügelt und getreten. Jes hat die Bilder bis heute im Kopf.
Als er elf war, kam Jes mit der Hand in die Häckselmaschine und verlor bei dem Unfall einen Finger. Das Lazarett im dänischen Tönnern hat er als reinstes Schlachthaus erlebt. Als einziges Kind unter 14 schwer verwundeten Soldaten war Jes geradezu froh, nur einen Finger verloren zu haben.
Seine Frau hat ihm von ihrem Onkel erzählt, der als Wehrmachtsoldat in Dänemark gewesen war. Nach dem Krieg wollte er – in Zivil – wieder in sein Dorf zurück. Aber kaum hatte der Onkel mit dem Fahrrad die Grenze überquert, wurde er von den Engländern festgenommen, die ihn und sein Fahrrad auf dem Panzer abführten. Nach dem Krieg war die Grenze erst einmal dicht. Jes’ Mutter traf das besonders schlimm. Sie war Dänin, und solange sie nicht hinüber durfte, sah sie ihre Verwandten nur hinter dem Schlagbaum. Später nahm sie den Sohn mit auf Besuch zu einer Tante in Dänemark. Heute fährt Jes nur noch zu runden Geburtstagen hinüber. Seine Kinder und Enkel nimmt er nie mit. Jes’ Eltern hatten zu den Dänen noch den besten Kontakt, doch durch den Krieg sei man sich fremd geworden, und sowieso sind die meisten alten Nachbarn inzwischen in die Stadt gezogen.
In den 70ern hatte Jes gleich hinter der Grenze Boden gepachtet. Das Vieh brachten sie jedes Frühjahr nach Dänemark, und im Herbst wurde es wieder von dort abgeholt. Erst durften nur die Sterken hinüber, dann ließ man ihn auch mit den Milchkühen durch. Seine 60 Kühe hat Jes aber nicht etwa durch den Schlagbaum, sondern Tag für Tag über die benachbarte Wiese getrieben. Das änderte sich erst Ende der 90er, als die Dänen aus Angst vor drohender Maul- und Klauenseuche wieder die Stacheldrähte aufstellten.
Die Grenzöffnung nach dem EU-Beitritt Dänemarks 2001 haben sie in Jardelund groß gefeiert. Endlich kamen die Schlagbäume weg, die vorher alle naselang auf- und zugesperrt wurden. Heute fragt Jes sich manchmal, wo eigentlich all die Grenzer hin sind, die hier früher Wache gestanden haben. Er selbst hat das Land in Dänemark inzwischen aufgegeben. Schließlich besitzt er in Jardelund noch genug. Zuletzt störte es ihn immer mehr, dass man als Deutscher bei jeder Kleinigkeit von den Dänen angezeigt wurde. „Wahrscheinlich kommt der Hass noch von Hitler und dem Krieg. Der Däne mag uns nicht. Er mag nur unser Geld.“ Mit den Holländern, die sich in den letzten Jahren als Bauern in Dänemark niedergelassen haben, hätten die Dänen zwar auch Probleme. Aber irgendwie würden sie sich mit den Holländern immer leichter einig.
Bernd (51)
Bürgermeister (arbeitslos) » Liebenrode D/D
Früher war Bernd als Soldat der Nationalen Volksarmee an der deutsch-deutschen Grenze stationiert. Heute ist er in seinem Heimatort Bürgermeister. Als Grenzer sah er es als seine Aufgabe an, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, was bedeutete, die Grenzordnung konsequent durchzusetzen. Da hieß es:
1. Personen- und Fahrzeugverkehr unter Kontrolle halten
2. Ungesetzlichen Grenzübertritt verhindern
3. Eingriff von Westen unterbinden
Bernd habe die Schusswaffe nie anwenden brauchen und auch nicht erlebt, dass jemand neben ihm die Schusswaffe habe gebrauchen müssen. Er sagt, im Falle eines Grenzübertritts habe die Vorschrift gegolten:
1. Durch Zuruf den Weg abschneiden
2. Warnschuss geben
3. Bewegungsunfähig schießen
Bernd selbst sei von drüben nie mit dem Tagesgruß angesprochen worden, auch kann er sich nicht daran erinnern, dass jemals jemand versucht hätte, mit ihm Blickkontakt aufzunehmen. Ihm fällt eine Episode aus seiner Zeit als Grenzer ein. Einmal ist dem Diensthundeführer der Hund durchgegangen. Um das Tier zurückzuholen, musste sein Besitzer über die Grenze aufs andere Territorium. Drüben hatte man gleich versucht, ihn zum Dableiben zu bewegen. Aber der Diensthundeführer wollte nicht, er wollte nur den Hund zurück.
Später wurde Bernd Grenz-Abschnittsbevollmächtigter. Aus dieser Zeit ist ihm noch gegenwärtig, dass man sich damals in der Kneipe häufiger mit den Worten „… und jetzt haue ich ab!“ verabschiedete. Prompt wurde die Grenze dicht gemacht. Einmal rief sogar jemand die Polizei. Als der Mann von der Kneipe heimkam, fand er zu seiner großen Verwunderung das Haus von Polizisten umstellt.
In dem Winter, als die Grenze vermint wurde, seien viele Minen wegen der Kälte von selbst hochgegangen. Manchmal bis zu 60, 70 in einer Nacht. Aus Unachtsamkeit gab es bei den Grenzpionieren manchmal auch Unfälle, doch Bernd entsinnt sich nicht an einen einzigen Fall von Minenverletzung durch versuchten Grenzdurchbruch. Schließlich hätten die Flüchtigen ja nur den Wasserläufen oder den Wildwechseln folgen müssen. In den Westen reisen durfte Bernd nicht, wohl aber seine Frau. Diese Einschränkung war für ihn selbstverständlich. Als Abschnittsbevollmächtigter hatte er über jeden, der eine Reise nach drüben beantragt hatte, eine schriftliche Beurteilung abzufassen. In die Beurteilung hätte er jedoch nur hineingeschrieben, was bereits anderswo gesagt oder aufgezeichnet worden war. Einer der Antragsteller würde ihn bis heute nicht angucken. Dabei hätte er nur den versuchten Grenzdurchbruch des Schwiegersohns erwähnt, der im Dorf längst ein offenes Geheimnis war. Ein anderer war Kreistagsmitglied. Auch dieser Umstand wurde von Bernd in der Beurteilung vermerkt. Dass der Mann deshalb nicht reisen durfte, steht für Bernd jedoch auf einem anderen Blatt. Ihn hätte es nie gestört, wenn sich jemand mit seinen Verwandten aus dem Westen treffen wollte. Er hielt es nur jedes Mal in seinen Unterlagen fest. Die Unterlagen wurden danach automatisch ans Ministerium für Staatssicherheit weitergeleitet. Die Konsequenzen waren unterschiedlich. Als Grenz-Abschnittsbevollmächtigter nahm Bernd regelmäßig an Sicherheitsberatungen teil. Mit von der Partie waren der Parteisekretär, der Bürgermeister, das Grenzsicherheitsaktiv und der Volkspolizeihelfer.
Bernd erwähnt die „Aktion Kornblume“. Während dieser Aktion wurden Dorfbewohner ausgesiedelt, die nach Meinung der staatlichen und Parteifunktionäre nicht länger im Grenzgebiet leben durften. Bei den Aussiedlungen handelte es sich oft um harte Entscheidungen. Bernd hat nie die allein erziehende Frau mit den zwei halbwüchsigen Töchtern vergessen. Die Frau wollte um keinen Preis ausgewiesen werden. Gebettelt und geweint hätte sie. Im Raum waren 60 Polizisten versammelt. Niemand stand ihr bei. Auch er hätte kein einziges Wort zu ihrer Verteidigung herausgebracht. Die Gründe für die Aussiedlung seien ihm unbekannt gewesen, doch insgeheim habe er diese Entscheidung schon damals für ziemlich ungerecht gehalten. Bernd wusste: Wer im Verdacht stand, das Grenzgebiet zur Republikflucht zu nutzen, wurde sicherheitshalber ausgesiedelt, und wer „politisch nicht tragbar“ war, ebenfalls. Manche hatten Trotz gezeigt. Die mussten raus. In Steinsee, dem Nachbardorf, sei einmal jemand wegen Körperverletzung an die Ostsee ausgesiedelt worden. Der eine oder andere wurde auch aus Neid von seinem Nachbarn denunziert, erinnert sich Bernd. In so einem Fall hätte man sich an den Bürgermeister oder Parteisekretär, den Abschnittsbevollmächtigten oder hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter gewandt. „Aber nicht jede Denunziation führte zum Erfolg.“
Nach der Wende ging Bernd in die Kommunalpolitik, saß mit am Runden Tisch. Bei der letzten Gemeinderatswahl erhielt Bernd die zweitmeisten Stimmen.
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Helga Kurzchalia + Ulrike Brückner, Berlin
Preis: 38,00 €
ISBN/EAN: 978-90-8690-075-6
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Fotos (Website) Julia Lembeck